Sonnenlicht (UV-Licht) hat viele gute Seiten, die meisten Menschen lieben es. Im Übermaß genossen birgt es jedoch auch eine Gefahr: Es fördert die Hautalterung und es fördert Hautkrebs. Betroffen sind vor allem die lichtexponierten Areale: Gesicht, Kopfhaut, Handrücken und Unterarme, das Dekolleté.
Als sichtbares Zeichen der UV- Schädigung bilden sich häufig im Laufe des Lebens so genannte Aktinische Keratosen (AK) heraus. Sie zeigen sich als umschriebe Rauigkeit der Haut, die sich wie ein Reibeisen anfüllt, wenn man darüber streicht. Bei zunehmender Dauer nimmt die Rauigkeit zu, es entwickeln sich schuppig-krustige Areale. Andere Formen vor allem im Gesicht imponieren als kleine scharfbegrenzte gerötete oder als unregelmäßig pigmentierte Areale.
Aktinische Keratosen sind extrem häufig: Schätzungen zufolge hat jeder 2. hellhäutige Mensch über 70 Jahre zumindest eine "AK- Läsion", so Prof Carola Berking aus München.

Welche Bedeutung haben Aktinische Keratosen?

Aktinische Keratosen gelten als Vorstufe von "hellem" Hautkrebs. Ein Teil von Ihnen entwickeln sich zu sogenannten Plattenepithelkarzinomen der Haut ("Stachelzellkrebs"). Wir sprechen daher von Aktinischen Präkanzerosen oder auch von „in situ Plattenepithelkarzinomen von AK- Typ". Plattenepithelkarzinome der Haut können in späteren Stadien metastasieren, d.h. Tochtergeschwülste ausbilden. Aktinische Keratosen und Aktinische Präkanzerosen sind also ernst zu nehmen. Daher erkennen neuerdings auch die Berufsgenossenschaften (BG) Aktinische Keratosen bei entsprechender beruflicher Vorgeschichte als Berufserkrankungen an und übernehmen die Behandlungskosten (s. Haut und Beruf).

Therapiemöglichkeiten

Es ist heute unbestritten, dass Aktinische Keratosen behandelt werden sollten, um den Übergang in ein invasives Plattenepithelkarzinom zu verhindern. Hierfür stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung.
Außerdem hat sich in letzter Zeit das Therapieverständnis weiterentwickelt. Während früher die Behandlung einzelner Aktinischer Keratosen im Vordergrund stand, sieht man sichtbare Aktinitsche Keratosen heute zunehmend als "Spitze des Eisbergs", d.h. hier ist die Schädigung besonders weit fortgeschritten, aber eine Schädigung ist auch in der umgebenden Haut zu erwarten. Dies hat zu der Vorstellung der sogenannten „Feldkanzerisierung“ und der daraus resultierenden „Feldtherapie“ geführt. Hierbei hat sich neben anderen mehr oder weniger guten Therapiemöglichkeiten die „Photodynamische Therapie" (PDT) exzellent bewährt.